FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

Indian Summer

Dieses Jahr ergab sich zum ersten Mal die Möglichkeit für Pflegende und Therapeuten der Lehreinheit Pflege und Gesundheit der Fachhochschule Bielefeld an der Indian Summer School teilzunehmen. Das "Abenteuer Indien" begann für uns zehn Studierende der Pflege und Therapie sowie 20 weiteren Studenten der Fakultäten Maschinenbau und Wirtschaft mit der Ankunft in Ahmedabad und einer herzlichen Begrüßung mitten in der Nacht durch die Professoren des Parul Institutes.

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Im Institut wurden wir mit einer traditionellen Zeremonie im campuseigenen Tempel empfangen. Dies eröffnete uns einen ersten Einblick in die kulturelle Vielfalt Indiens.

In den nächsten Tagen lernten wir den Alltag in der Universität, das campuseigene Charity-Hospital und all unsere Ansprechpartner kennen. Das Charity-Hospital "Parul Sevrasham Hospital" ist die Ausbildungsstätte für die Studenten der Universität und bietet Menschen, welche nicht in der Lage sind Kosten für eine Behandlung zu übernehmen, diese dort kostenfrei zu erhalten.

Wir haben ein umfangreiches Vorlesungsprogramm bekommen, welches geprägt war durch zum einen Krankheitslehre, Rehabilitation und Themen wie z.B. Clinical Reasoning, also größtenteils bereits bekannten Inhalte. Des Weiteren wurde uns ein Einblick gewährt in völlig unbekannte Thematiken wie z.B. Ayurveda, Homöopathie oder auch das indische Gesundheitswesen. Stets versuchten die Dozenten die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen, in dem sie uns nach der Vorlesung mit in das Hospital nahmen und uns zum Beispiel eine ayurvedische Behandlung zeigten. Hierbei stellten wir jedoch zum Teil erhebliche Unterschiede in ärztlicher Behandlung und Pflege bzw. Therapie zwischen Indien und Deutschland fest.Indien 6

 Ein weiterer Aspekt war die Unterrichtsgestaltung. Auch hierbei wurden Unterschiede deutlich. In Indien wird fast gänzlich Frontalunterricht durchgeführt. Methoden wie das Problembasierte Lernen stehen noch ganz am Anfang.

Neben dem campuseigenen Hospital wurde es uns ermöglicht noch zwei weitere Krankenhäuser zu besichtigen. Wir besuchten ein an einen Ashram angebundenes hochmodernes onkologisches Krankenhaus und das in unserer Stadt Vadodara gelegene "Sterling Hospital". Dies ermöglichte uns einen Einblick in die dortige Gesundheitsversorgung.

Die Wochenenden bestanden aus einem facettenreichen Sightseeing-Programm. Wir besichtigten zusammen mit den anderen Studenten den Ghandi- Ashram in Ahmedabad sowie verschiedene Tempel und Paläste in der Umgebung. Ein Highlight war die eigens für uns arrangierte Wochenendreise nach New Delhi. Das beeindruckende weltweit bekannte Taj Mahal stand ebenso auf dem Programm wie z.B. die Grabstätte Mahatma Ghandis.

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Am kulturellen Abend und beim "Holy-Festival" hatten die indischen Studenten und wir die Möglichkeit uns untereinander auszutauschen und einen Einblick in die jeweilige Kultur zu gewinnen. Natürlich hatten wir auch eine Menge Spaß und lernten so manch indische Tanzschritte.indien2

Nicht nur diese tollen Ereignisse machten diese vier Wochen in Indien zu einem ganz besonderen Erlebnis. Auch der Alltag (der hier nun wirklich für uns KEIN Alltag ist) stellte uns vor eine Herausforderung.             Der Gang über die Straße, die Fahrt mit der Rikshaw, DEM Fortbewegungsmittel in der Stadt oder auch der Einkaufsbummel in der Stadt wurden zum Abenteuer. Doch stets überwog die Faszination für diese tolle Stadt. Ein weiterer Punkt ist das für uns sehr scharfe Essen an das man sich definitiv erst einmal gewöhnen musste.

Die Herzlichkeit der indischen Studenten, Professoren und sonstigen an der Summer School beteiligten Personen war etwas ganz Besonderes. Die indischen Ansprechpartner und Koordinatoren der Summer School standen für uns rund um die Uhr zur Verfügung, gingen auf unsere individuellen Wünsche und Sorgen ein.

Dies ist auch das, was wir mit nach Deutschland nehmen: Die Herzensgüte der indischen Menschen, die wir kennenlernen durften und die Wärme der Sonne, welche uns während der vier Woche begleitete. Jeder von uns trägt nun ein kleines Stückchen Indien in seinem Herzen. Wir sind dankbar für diese einmalige Chance, einen Einblick in die Kultur, Lehre und das Leben in diesem einzigartigen Land erhalten zu haben.

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