FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

Zertifikatsangebot

Compliance Manager Digitalisierung und Recht

Studienabschluss:
Zertifikat
Kosten:
Zulassungsbeschränkung:
ja
Studiendauer:
1 Semester
Studienbeginn:
Sommersemester
Studienort:
Bielefeld
Zugangsvoraussetzungen

Abgeschlossenes Hochschulstudium (Diplom, Bachelor u.a.).

Sofern mehr Bewerbungen eingehen als Plätze vorhanden sind, erfolgt die Zulassung in der Reihenfolge des Antragseingangs.

Berufsfelder

Durch das Zertifikatsangebot sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Aufgaben einer/s Compliance-Beauftragten in einem digitalisierten Arbeitsumfeld vorbereitet. Zielgruppe sind Führungskräfte ebenso wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Rechtsabteilung, der Compliance-Abteilung, der IT-Abteilung oder aus anderen organisatorischen Einheiten im Unternehmen, die sich mit Compliance-Fragen beschäftigen. Eine Teilnahme kommt auch für spezialisierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie Beraterinnen und Berater in Betracht. Zugangsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

Qualifikationsziele

Compliance – die Einhaltung der Pflichten zur ordnungsgemäßen Unternehmensführung – stellt viele Unternehmen in der Praxis vor hohe Herausforderungen. Das Zertifikatsangebot „Compliance Manager Digitalisierung und Recht“ vermittelt das grundlegende rechtliche und organisatorische Wissen für compliance-relevante Aufgaben im Unternehmen im Zuge der Digitalisierung. Das Zertifikatsangebot soll dazu befähigen,

  • ein modernes Compliance Management System zu gestalten und im Unternehmen zu implementieren,
  • aktuelle Rechtsfragen der Digitalisierung zu verstehen,
  • straf- und bußgeldbewehrte Rechtsverstöße zu erkennen, insbesondere auch solche Verstöße, die durch den Einsatz von Computern und Apps sowie die Nutzung von Plattformen und durch den automatisierten Abschluss von Verträgen entstehen können,
  • Mechanismen zur Vermeidung von Haftungsrisiken zu entwickeln,
  • wirksame Kontroll- und interne Ermittlungsinstrumente umzusetzen,
  • Ermittlungen durch Staatsanwaltschaften und Behörden im Unternehmen effizient und Rechte wahrend zu begleiten.
Inhalte und Termine

Modul 1

Compliance Management System (CMS):

  • Compliance-Grundlagen
  • Haftung im Unternehmen
  • Notwendigkeit/Pflicht eines CMS
  • Standards/Säulen eines CMS
  • Anforderungen, Kernaufgaben und Haftung von Compliance-Beauftragten
  • Konzeptionierung, Umsetzung, Überwachung und (kontinuierliche) Nachjustierung eines CMS
  • Zusammenwirken mit anderen Management-Systemen (Qualitäts-Management, Risiko-Management)
  • Hinweisgebersysteme/Whistleblowing-Hotlines/Ombudsstellen
  • Umsetzung CMS im (länderübergreifenden) Konzern

 

Modul 2

IT-Compliance und Datensicherheit:

  • IT-Compliance – Bedeutung, Einordnung, Aufgaben, nationale und internationale Anforderungen, Referenzmodelle/Frameworks COSO und COBIT
  • IT-Risikomanagement – Bedeutung und Aufgaben, ISO 31000 / AS/NZ 4360:2004 Rahmenwerke und IT-Risk-Framework
  • IT-Sicherheit – Bedeutung und Aufgaben, Bedrohungen und Schutzmaßnahmen, Herausforderungen der EU-DSGVO für die IT, ISO 27001 und Informationssicherheitsmanagementsysteme, IT-Grundschutz nach BSI und IT Infrastructure Library (ITIL)

 

Modul 3

Risiken der Digitalisierung und des Datenschutzrechts:

  • Recht an Daten
  • IP-Recht
  • Standards und Verträge
  • Haftungs-/Produkthaftungsrecht
  • Autonome Systeme – Verantwortlichkeit, Zurechnung und Versicherbarkeit
  • Cloud Computing
  • Überblick DS-GVO
  • besondere Anforderungen im Arbeitsverhältnis
  • Umgang mit Kundendaten - Big Data, Data Mining & Customer Relationships
  • Sicherstellung, Überwachung und Organisation der Datenschutz-Compliance

 

Modul 4

Risiken des Straf- und Wettbewerbsrechts, Interne Ermittlungen:

  • Korruption, Untreue und Betrug
  • Strafrechtliche Haftung bei autonomen Systemen
  • Strafrechtliche Produkthaftung beim Einsatz von Algorithmen
  • Formen von Cyberkriminalität und derzeitiger sowie geplanter Rechtsrahmen
  • Kartellrechts-Compliance
  • Kartellabsprachen durch Einsatz von Computern und Algorithmen
  • Internet-, Plattform- und Suchmaschinenverbote
  • Grenzen von Geo Blocking-Maßnahmen
  • Verhalten bei Ermittlungen der Verfolgunsbehörden, inkl. E-Raids
  • Interne Ermittlungen
Aufbau

Das Zertifikatsangebot „Compliance Manager Digitalisierung und Recht“ findet jeweils im Sommersemester statt (März–Juni) und besteht aus insgesamt vier Modulen, die jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (Freitag/Samstag) als Präsenzveranstaltung (Workshops) angeboten werden. Hierfür stehen qualifizierte Dozentinnen und Dozenten aus Wissenschaft und Praxis zur Verfügung. Das Hochschulzertifikat „Compliance Manager Digitalisierung und Recht“ wird durch Teilnahme an allen vier Modulen innerhalb eines Semesters und nach Bestehen einer zweistündigen Prüfung vergeben. Die Module können auch einzeln belegt werden. In diesem Fall wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Profile der Referentinnen und Referenten

Prof. Dr. iur. Kirsten Beckmann lehrt und forscht als Professorin für Wirtschaftsrecht an der FH Bielefeld seit 2010 schwerpunktmäßig in den Gebieten deutsches und europäisches Kartellrecht, Haftungsrisiken im Unternehmen und Compliance. Zuvor hat sie sich von 2001-2010 als Rechtsanwältin in einer international ausgerichteten Wirtschaftskanzlei an den Standorten Düsseldorf/Köln und Washington D.C. auf allen Gebieten des Kartellrechts spezialisiert. In Folge ihrer Dissertation und Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Universität Münster, Zivilrechtliche Abteilung (ITM Münster) in den Jahren 1997-2001 liegt bis heute ein besonderes Augenmerk ihrer praktischen und wissenschaftlichen Ausrichtung auf den Bereichen E-Commerce, Informationsrecht, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Prof. Dr. Beckmann ist nebenberuflich Of Counsel in einer mittelständischen Rechtsanwaltskanzlei in Ostwestfalen.

Dr. Christian Burholt, LL.M. ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht und Partner im Berliner Büro der internationalen Rechtsanwaltskanzlei Baker McKenzie sowie Leiter der deutschen und österreichischen Healthcare Industry Group von Baker McKenzie. Er berät seit über 16 Jahren deutsche und internationale Mandanten in allen Bereichen des Kartellrechts mit einem besonderen Fokus auf regulierte Industrien (Pharmazeutika, Medizinprodukte, Gesundheitswesen, biologische und chemische Industrie, Umwelt, Energie, Medien usw.). Nach seiner Ausbildung in Bonn, Berlin und Durham (UK) war Christian Burholt sieben Jahre Mitglied der Praxisgruppe Kartellrecht bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Berlin und Brüssel und fünf Jahre Leiter der Praxisgruppe Kartellrecht bei Deutschlands führender Anwaltsboutique im Gesundheitsbereich. Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge und referiert regelmäßig zu Fragen des deutschen und europäischen Kartellrechts, u.a. als Lehrbeauftragter der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Für den Berufsverband der Compliance Manager (BCM) e. V. hat er die Veranstaltungsreihe "Update Kartellrecht für Compliance Manager" konzipiert und mehrere Jahre geleitet.

Dr. Berthold Hilderink ist Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt) und Fachanwalt für Arbeitsrecht. Er ist seit 2011 Head Employment Legal Germany bei der UBS Europe SE in Frankfurt. Zudem war er von 2012 bis 2018 Beauftragter für den Datenschutz der UBS Europe SE und drei weiterer deutscher UBS Konzerngesellschaften. Dr. Hilderink ist Mitglied des Arbeitsrechtsausschusses des Arbeitgeberverbandes des privaten Bankengewerbes. Vor seiner Tätigkeit bei der Schweizer Bank war Dr. Hilderink 10 Jahre bei der Rechtsanwaltskanzlei Simmons & Simmons in Düsseldorf und London beschäftigt, wo er deutsche und internationale Mandanten, insbesondere Finanzinstitute und Medienunternehmen, in allen Bereichen des Arbeitsrechtes und im Datenschutzrecht beriet. Zudem war er externer Beauftragter für den Datenschutz für verschiedene Mandanten der Kanzlei. Vor dieser Tätigkeit war Dr. Hilderink in den Bereichen Arbeitsrecht, Datenschutzrecht und Medienrecht für die deutsche Anwaltskanzlei Beiten Burkhardt tätig. Dr. Hilderink hat in Münster Rechtswissenschaften studiert und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht, Zivilrechtliche Abteilung (ITM Münster) zum europäischen Datenschutzrecht promoviert. Er ist Lehrbeauftragter für Sozialrecht und Datenschutzrecht an der Fachhochschule Münster und Mitautor des Hand- und Formularbuchs „Praxis des Arbeitsrechts“ (Deutscher Anwaltverlag), in dem er den Beschäftigtendatenschutz sowie das gesamte Kündigungsschutzrecht kommentiert.

Prof. Dr. iur. Daniel Antonius Hötte ist Professor für Wirtschaftsrecht an der FH Bielefeld und lehrt und forscht aktuell zu Themen des Gewerblichen Rechtsschutzes, Rechtsfragen der Digitalisierung und der Transformation der Rechtsbranche. Er hält regelmäßig Vorträge zu seinen Forschungsschwerpunkten im In- und Ausland. Prof. Hötte war vor seinem Ruf an die Hochschule von 2010-2016 in der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer im Bereich IP/IT tätig und verfügt über ausgewiesene praktische Erfahrung in international geführten Rechtsstreitigkeiten insbesondere zu technischen und nicht-technischen Schutzrechten sowie in großen Unternehmenstransaktionen. Prof. Hötte erwarb im Jahr 2014 den Titel Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und ist als Of Counsel in einer mittelständischen Sozietät tätig.

Prof. Dr. Achim Schmidtmann ist seit 2017 Professor für Wirtschaftsinformatik, insbesondere betriebliche Informationssysteme/ERP-Systeme am Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit der FH Bielefeld. Der Fokus seiner Lehre und Forschung liegt in der Beschäftigung mit IT-Service- und IT-Sicherheitsmanagement, betrieblichen Informationssystemen und der Trias aus IT-Governance, IT-Risikomanagement und IT-Compliance. Von 2006-2017 war Prof. Schmidtmann Professor für Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Informatik der FH Dortmund. Als Studiengangsleiter verantwortete er dort den Wirtschaftsinformatik Master sowie seit 2014 als CIO die hochschulweite IT-Strategie der FH Dortmund. Zuvor war er mehrere Jahre als Projektleiter internationaler Projekte bei Wincor Nixdorf in Paderborn und als Entwicklungsleiter bei Lycos Europe in Gütersloh tätig.

Dr. Vivien Veit ist assoziierte Partnerin der Kanzlei Kapellmann und Partner. Sie gehört den Praxisgruppen Wirtschaftsstrafrecht und Compliance an und ist in der Individual- sowie Unternehmensverteidigung tätig. Frau Dr. Veit ist außerdem zertifizierte Expertin für interne Ermittlungen (CIE, Steinbeis-Hochschule Berlin) und hat zahlreiche Unternehmen, bis hin zu DAX-Konzernen, bei entsprechenden Untersuchungen begleitet. Frau Dr. Veit hält Lehraufträge an den Fachhochschulen Aachen und Bielefeld und ist Autorin des Lehr- und Praxisleitfadens „Compliance und interne Ermittlungen“ (Verlag C.F.Müller). Sie berät zudem insbesondere mittelständische Unternehmen bei der Erstellung von Compliance-Management-Systemen.

Bewerbungsinformationen

Bewerbungsschluss ist der 6. März eines Jahres. Das Zertifikatsangebot beginnt jeweils zum Sommersemester.


Bewerbung

Bewerbungszeitraum: 15.11. - 06.03.

Danach ggf. Teilnahme am Losverfahren möglich.

Vorkurse & Studienstart