FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

Cine brasileiro am Fachbereich

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 Am Dienstag, 19. 5. 2015 von 14.00 bis 16.00 Uhr haben die beiden Filmemacher Kennel Rógis und Breno César aus Rio de Janeiro ihre Produktionen vorgestellt. Zwei Kurzfilme wurden präsentiert und in Gegenwart einer interessierten Hörer- und Seherschaft von ca. 50 Personen intensiv diskutiert.

Der erste Film handelt von einem Straßenkünstler, der durch intensive Beobachtung in seiner Lebenswelt vorgestellt wird. Auch wenn es sich um eine dokumentarische Rekonstruktion seines Lebens handelt, erzeugen die dichten Bilder die Faszination einer Fiktion. Gefährliche Vorführungen die an zirköse Attribute der Zähmung wilder Tiere erinnern - wie das Springen durch Feuerreifen, mit Messern bestückte Ringe etc. verweisen auf existentielle Fragen, die diese Welt auf der Straße aufwirft. Doch der Blick des Films verneint jede Attributierung auf Armutsverhältnisse oder Distanzierungen. Der Mensch steht im Mittelpunkt - und doch ist seine Lebenswelt permanent präsent.

Der zweite Film ist Fiktion - und repräsentiert einen realen Fall eines tauben Mädchens in einer Kleinstadt Nordbrasiliens. Protagonistinnen sind sie und ihre Mutter, die alles dafür tut, um ihrem Kind das Gespür für Töne zu vermitteln. Auch hier ist die Perspektive der sensible Blick auf den Verlauf einer sich erst im Zeitraum des Films enthüllenden Geschichte aus einer Lebenswelt der Tonlosigkeit.

Die intensive Diskussion in mehreren Sprachen hat gezeigt, wie interkulturelle Kommunikation und Dialog zu Perspektivwechseln führen können.

Die beiden Filmemacher wurden eingeladen im Kontext des Projektes Lebenswelten in Lateinamerika und dem Projekt Social Dogma am Fachbereich und führt eine 2013 beginnende Kooperation mit der Universidade do Rio do Janeiro, Brasilien, fort.