FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
29.11.2020

Personaler und Management sollten sich einig sein

Studie zur strategischen Integration des Human Resource Managements zeigt die Bedeutung eines abgestimmten Handelns im Unternehmen auf.

zwei Personen geben sich die Hand

Bielefeld (fhb). Personalabteilungen sind schon lange nicht mehr nur „Verwalter“ von Stellenbesetzungen oder Krankmeldungen. Die Rolle als Human Resource Manager, wie die Bezeichnung meist lautet, ist oft weit strategischer ausgerichtet als noch vor einigen Jahren, um wichtige Vorhaben antizipieren zu können, Vorbereitungen zu treffen und somit zum Unternehmenserfolg beizutragen. Beispielhaft sei die Repräsentation des Human Resource Managements in der Geschäftsführung genannt, um Personalaufbau- oder -abbau gezielt und frühzeitig vorzunehmen.

Doch diese strategische Rolle der Personalverantwortlichen ist nicht immer gewünscht. So könnte die Geschäftsführung bewusst vermeiden wollen, dass das Human Resource Management mit einem Vetorecht in wesentlichen Gremien vertreten ist und somit den Entscheidungsspielraum der bisherigen Geschäftsführung beschränkt.

Porträtaufnahme„Es ist essenziell, dass die strategische Rolle der Personalverantwortlichen von den Linienmanagern, also Führungskräften in zentralen Funktionen, oder von der Geschäftsführung, gutgeheißen wird. Ist dies nicht der Fall und die beiden Parteien haben unterschiedliche Ansichten, wird die strategische Orientierung der Personalverantwortlichen nicht die gewünschten positiven Effekte entfalten“, erklärt Dr. Bernhard Wach, der dieses Thema im Rahmen einer quantitativ empirischen Erhebung, an der 204 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter deutschlandweit teilnahmen, untersucht hat. Dann sei es sogar vorteilhafter, wenn beide Parteien sich einig sind, dass die Personalverantwortlichen keine strategische Rolle einnehmen - dies reduziere Friktionen und biete im Sinne einer „schlanken“ und sehr kostenorientierten Personalabteilung entsprechende Vorteile. „Insbesondere Dissonanzen oder Konflikte hemmen die Zusammenarbeit. Sie verhindern die Entfaltung der ursprünglich beabsichtigten organisatorischen Vorteile“, resümiert Wach. (vku)

Der Artikel ist bis 21.12.2020 unter folgender URL frei verfügbar:
https://authors.elsevier.com/a/1b-gBxscszzjD

Zur Person
Dr. Bernhard Wach ist Vertretungsprofessor am Center for Entrepreneurship der Fachhochschule Bielefeld und lehrt dort unter anderem International Human Resource Management. Er hat kürzlich mit den Koautorinnen und -autoren Jun.-Prof. Dr. Marius Wehner, Prof. Dr. Barbara Weißenberger und Prof. Dr. Rüdiger Kabst den Artikel „United we stand: HR and line managers’ shared views on HR strategic integration“ im renommierten European Management Journal veröffentlicht.