FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
06.07.2017

Mindener Informatik-Studenten überzeugen mit Multicopter

2. Preis beim VDI-Wettbewerb – Ergebnisse am 7. und 8. Juli in Sennestadt zu sehen.

Zwei Studenten mit der Professorin in der Mitte stehen vor einem Gebäude und halten die Helikopterdrohne und die Fernsteuerung in der Hand.

Minden (fhb). Ein 2. Platz im ‚Multicopter Cup 2017‘. Das kann sich sehen lassen. Die studentische Konkurrenz war groß. Oleg Abele und Klaus Schlender haben sich durchgesetzt mit ihrem Flugkörper und der „automatischen Lokalisierung von Wärmebrücken in Gebäudeaußenhüllen“. Beide studieren im Masterstudiengang Informatik am Campus Minden, beide sind technikbegeistert.

Die Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hatte Mitte Juni zum Wettbewerb nach Hannover eingeladen, zu einer „Leistungsschau, Präsentation und Prämierung innovativer Entwicklungen rund um den Einsatz von Multicoptern“, hieß es auf der VDI-Internetseite. Der ‚Multicopter Cup 2017‘ ziele auf eine Professionalisierung insbesondere von Studierenden und eine positive Darstellung der Technologie in der Öffentlichkeit ab, war da weiter zu lesen. Bedarfe der Flugsicherheit, insbesondere die Einhaltung von luftrechtlichen Vorgaben, sollten einen Schwerpunkt bilden. Gleichzeitig sollen auf diesem Weg, so die VDI-Hoffnung, „Multicopter in Forschung und Lehre etabliert werden“.

Mit einem Multicopter, einer mit Kameras bestückten Drohne, arbeiten Abele und Schlender schon seit längerem im Rahmen eines Forschungsprojekts im Mindener Interdisziplinären Forschungsschwerpunkt für dezentrale, nachhaltige und sichere Energiekonzepte (IFE). Hier geht es in einem vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Projekt um die Verwirklichung von Klimaschutzzielen, konkret um die umweltgerechte Erneuerung sanierungsbedürftiger Altbauten. Geforscht wird in Bielefeld-Sennestadt, wo es eine ganze Reihe solcher Gebäude gibt und wo die Bewohner davon überzeugt werden sollen, wie wichtig eine fachgerechte Sanierung ist.

Vor Ort werden Luftbildaufnahmen als Wärme- und Echtbilder erstellt, auf denen dann nachfolgend mittels eines Erkennungsalgorithmus die Wärmebrücken visualisiert werden. Abele: „Die erfassten Wärmebrücken kennzeichnen potenziell sanierungsbedürftige Schwachstellen in Außenwandfassaden.“ Der eigens für diese Zwecke entwickelte Quadrocopter besitzt ein Navigationssystem, eine Tageslicht- und eine Thermografiekamera. Beim Abfliegen der Außenwände kommen beide Kameras abgestimmt zum Einsatz, so dass „aus dem Bildmaterial 3D-Modelle als Tageslicht- und als Wärmemodell erzeugt werden“, erklärt Schlender.

Informatik-Professorin Dr. Grit Behrens freut sich über die gute Platzierung ihrer Studenten im VDI-Wettbewerb und weiß die Arbeit der beiden im IFE-Forschungsprojekt zu schätzen: „Auch dank ihrer Unterstützung sind wir in Sennestadt ein gutes Stück vorangekommen. Anfang 2018 werden wir ein neues Projekt starten, Herr Schlender wird hoffentlich als wissenschaftlicher Mitarbeiter weitermachen.“

Beide Studenten, Schlender kommt aus Bückeburg, Abele aus Bad Oeynhausen, haben sich ganz bewusst für den Studienort Minden entschieden, weil sie hier eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung erwartet haben, kombiniert mit nützlichem Wissen aus dem beruflichen Alltag. Abele: „Der Campus ist überschaubar, die Arbeit in Kleingruppen klappt ausgezeichnet. Es war die richtige Entscheidung.“

Das IFE stellt seine Arbeit und die Forschungsergebnisse am kommenden Freitag und Samstag (7. und 8. Juli) in Sennestadt im Rahmen der NRW-Klimatage vor.

Weitere Informationen unter:

www.fh-bielefeld.de/minden/forschung/ife/presse/das-klimaschutz-gen-im-fokus