FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
18.06.2019

„Kooperation mit Hochschule in Südostasien angestrebt“

FH Bielefeld nimmt am Netzwerkseminar des DAAD in Vietnam teil

Zwei Männer sitzen sich an einem Tisch gegenüber

Um deutsche Hochschulen mit möglichen Partnern in Vietnam, aber auch in den südostasiatischen Nachbarländern Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar und Thailand weiter zu vernetzen, hatte der DAAD am 16. und 17. Mai ein „Erasmus +“ Netzwerkforum an der DAAD-Außenstelle in Hanoi veranstaltet. An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter von rund 20 deutschen und 80 südostasiatischen Hochschulen teil. Die Auswahl der deutschen Teilnehmer erfolgte durch die Beurteilung der Bewerbungen einzelner Lehrender mit Bezügen nach Südostasien. Unter vielen Mitbewerbern konnte sich die Projektskizze von Prof. Dr. Lothar Budde und damit die Fachhochschule (FH) Bielefeld als teilnehmende Hochschule durchsetzen. Der Dekan des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) zeigte in seiner Bewerbung mögliche Kooperationswege mit sämtlichen MINT- (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) Bereichen der FH Bielefeld auf.

Die Auswahl der südostasiatischen Hochschulen erfolgte laut Stefan Hase-Bergen, Leiter der DAAD-Außenstelle Hanoi, nach Abgleich mit den Projektideen der deutschen Teilnehmer. „Das ist auch der Grund für den zielgerichteten Austausch im Rahmen der gesamten Veranstaltung“, erklärt Budde. Bereits im Vorfeld wurden die in Bezug auf Studienschwerpunkte und strukturelle Umsetzbarkeit von Kooperationsmöglichkeiten passenden Fachhochschulen als Ansprechpartner für die Gasthochschulen und damit auch für die Idee der FH Bielefeld ausgewählt. Im Rahmen des Netzwerkstreffens hatten die deutschen Hochschulen die Möglichkeit, ihre Studien- und Forschungsstandorte näher vorzustellen. Mit seinem Vortrag und der anschließenden Messestandbesetzung konnte Prof. Budde den vietnamesischen Studierenden sowie anderen Hochschulvertreterinnen und -vertretern die FH Bielefeld und mögliche Kooperationsmöglichkeiten im MINT-Umfeld vorstellen. „Besonderes Interesse erweckte die Tatsache, dass wir im Rahmen unserer praxisintegrierten Studiengänge stark mit der heimischen Industrie zusammenarbeiten“, erzählt Budde. Denkbar seien gemeinsame internationale Module.

Seit 2015 ist das europäische Bildungsprogramm „Erasmus +“ offen für Förderungen von Kooperationen auch außerhalb Europas mit Partnerländern weltweit. Kooperationsprojekte zwischen europäischen Hochschulen und ihren Partnern in Entwicklungsländern können laut DAAD für zwei oder drei Jahre gefördert werden. In der Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen ist das Förderangebot für Vietnam besonders wichtig, da es außerhalb von Forschungsstipendien für eine Promotion kaum Wege für vietnamesische Studierende nach Deutschland gibt. Die vom DAAD angegebenen Zahlen belegen nicht nur das große Interesse in Vietnam an „Erasmus +“, sondern auch das starke Interesse europäischer Länder an dem südostasiatischen Partnerland. Deutsche Hochschulen sind dabei für vietnamesische Hochschulen in besonderem Maße attraktiv. Das läge zum einen an der hohen Reputation in der praxisbezogenen Lehre, sowie an der Qualität der Forschung. „Aber auch Frankreich und das Vereinigte Königreich sind bedeutende europäische Wettbewerber auf dem vietnamesischen Bildungsmarkt“, weiß Hase-Bergen.

Nach der Teilnahme am Netzwerkseminar sind bereits erste Kooperationsanfragen von vietnamesischen Hochschulen im International Office der FH Bielefeld eingegangen. Darüber freut sich Leiterin Judith Peltz: „Es wäre eine Bereicherung für die FH Bielefeld, wenn sich aus dem Engagement von Prof. Budde in Hanoi konkrete Projekte mit vietnamesischen Hochschulen ergeben würden.“ Bisher habe die FH Bielefeld noch keine Partnerschaften in Vietnam, dabei sei das Hochschulsystem auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes durchaus interessant.

Text: Tanja Hage