FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
01.07.2019

Breites Themenspektrum der Sozialwissenschaften

Neun Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs Angewandte Sozialwissenschaften präsentieren ihre Abschlussarbeiten

Eine Gruppe von Personen steht nebeneinander vor Pinnwänden, die Personen blicken in die Kamera.

Bielefeld (fhb). Sie forschten in Wohngruppen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder Schulen: Am 27. Juni präsentierten neun Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs Angewandte Sozialwissenschaften ihre Abschlussarbeiten und somit ihre Forschungsergebnisse. „Für die Absolventinnen und Absolventen ist heute Erntezeit, denn sie können die Früchte ihrer Arbeit der letzten vier Semester ernten“, so Prof. Dr. Wolfgang Beelmann, Studiengangsleiter und zuständig für die Betreuung der Masterstudierenden am Fachbereich Sozialwesen.

Kern des viersemestrigen Masterstudiengangs Angewandte Sozialwissenschaften ist ein forschungs- oder interventionsorientiertes Praxisprojekt. „Die Abschlussarbeiten", so Prof. Dr. Beelmann, „repräsentieren das breite Spektrum an Themen, an denen in den Sozialwissenschaften und am Fachbereich geforscht wird." Der Zuhörerschaft, die zur Posterpräsentation erschienen war, wünschte er eine „respektvolle und wohlwollende Diskussion" mit den Absolventinnen und Absolventen. „Wir hoffen, irritieren zu können und Sie intellektuell herauszufordern", schloss Beelmann.

Einen ersten Einblick in die unterschiedlichen Themen der Abschlussarbeiten gaben die Absolventin Miriam Weinzierl und der Absolvent Waldemar Sperling, die die Veranstaltung und die Diskussionen moderierten. „Fragen sind sehr erwünscht", betonte Sperling, bevor er an Absolventin Lydia Pfeiffer übergab. Pfeiffer erforschte in ihrem Projekt „Risiko- und Schutzfaktoren bei Kindern psychisch kranker Eltern" die Frage, welche Faktoren die Wirkung eines Präventionsprojekts beeinflussen können.

„Die Beratung im Jobcenter ist geprägt von formalisierten Abläufen", so Absolventin Nojin Malla Mirza, die ihr Projekt „Dialog in Beratungen von Arbeitslosen" vorstellte. Ihre Abschlussarbeit behandelt die Frage, inwiefern in dieser Beratungspraxis eine dialogische Haltung gegenüber zu Beratenden möglich ist und wo möglicherweise Einschränkungen sichtbar werden. Danielle Siebers beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit mit dem Thema „Spezifische Beratung zu sexualisierter Gewalt in der Kindheit von Frauen" und führte Interviews mit betroffenen Frauen und Beraterinnen.

Miriam Weinzierls Forschungsarbeit beschäftigte sich mit der Fragestellung, ob Theaterspiel die Entwicklung von Selbstwirksamkeitserwartung beeinflussen kann. Hierfür untersuchte sie theatrale Behandlungsmaßnahmen im offenen Vollzug. Franziska Huck beschäftigte sich mit Determinanten für die Teilnahme an beruflichen Fortbildungen. Die Untersuchung erfolgte in Kooperation zwischen dem Fachverband Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. und der Fachhochschule Bielefeld.

Zur „Wirksamkeit eines Deeskalationstrainings in der Sekundarstufe I" forschte Jenny Gläßler und analysierte das Selbstwertgefühl und die Konfliktbeteiligung von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 5 einer Gesamtschule, die an einem Deeskalationstraining teilgenommen hatten. Klara Lemmers' Forschungsprojekt behandelte die Frage, wie der Übergangsprozess von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Behindertenwerkstätten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wahrgenommen und beschrieben wird und welche Aspekten diese Übergangsgestaltung beeinflussen.

Waldemar Sperling erforschte die Motive eigenethischer Sportvereinsgründungen auf Basis von Interviews von Menschen mit Migrationshintergrund. Katharina Wilkes Projekt mit dem Titel „Der Dialog als Methode zur Stärkung der Teamresilienz" war eine Praxisforschung in einem Wohngruppenteam der stationären Erziehungshilfe. Sie untersuchte, ob der Dialog das Erleben von Dienstbesprechungen positiv beeinflusst.