FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
30.11.2018

Absolventen der FH mit Energy Award ausgezeichnet

Besondere Leistungen im Themenbereich Energieeffizienz / erneuerbare Energie

Sechs Personen stehen neben- und hintereinander und blicken in die Kamera. Zwei von ihnen halten einen Bilderrahmen mit einer Urkunde in die Kamera.

Die Energiebranche sieht sich durch die Umsetzung der Energiewende vor enorme Herausforderungen gestellt. Eine besondere Verantwortung kommt hierbei auf die Fachkräfte von morgen zu. Westfalen Weser Energie fördert deshalb junge Akademiker, die besondere Leistungen in ihren Abschluss- oder Projektarbeiten rund um das Thema Energieeffizienz/erneuerbare Energie gezeigt haben. Sechs hervorragende Einzelarbeiten und eine Projektgruppe wurden im November in Paderborn vom kommunalen Energiedienstleister mit dem Energy Award 2018 ausgezeichnet. Insgesamt wurden mehr als 10.000 Euro an Preisgeldern vergeben. Bereits zum 18. Mal zeichnet Westfalen Weser Energie damit den wissenschaftlichen Nachwuchs in Ostwestfalen-Lippe und dem Weserbergland aus. Zwei Preisträger kommen von der Fachhochschule Bielefeld.

„Zukunftsideen sind im Zusammenhang mit der Energiewende für Unternehmen und Kommunen gleichermaßen gefragt. Eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis ist dabei genauso wichtig, wie gut motivierte und mutige junge Menschen“, machte Dr. Stephan Nahrath, Geschäftsführer Westfalen Weser Energie, bei der Preisverleihung deutlich. Die Nutzung erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und die Sektorkopplung sind für Nahrath dabei die Schlüsselthemen, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten. Alle Hochschulen und Institute, die sich am Wettbewerb beteiligten, bieten eine hohe Praxisnähe und eine enge Verflechtung mit der Wirtschaft durch Praxissemester oder Studien- und Abschlussarbeiten, die oft in Zusammenarbeit mit Unternehmen durchgeführt werden.

Preiswürdige Arbeiten

Die ausgezeichneten Abschluss- und Projektarbeiten umfassen weite Themenbereiche der heutigen Energiebranche, mit besonderem Blick auf erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit auf dem Weg zu einer effizienteren Energienutzung in der stetig voranschreitenden Energiewende. In diesem Jahr wurden vier Masterarbeiten, zwei Bachelorarbeiten sowie eine Projektarbeit von der Jury als besondere Leistungen hervorgehoben. Für ihre herausragenden Leistungen erhielten die Preisträger jeweils 1.500 Euro.

Fabian Schoden von der Fachhochschule Bielefeld hat den Schwerpunkt seiner Masterarbeit auf die Senkung des Kollisionsrisikos von Vögeln und Fledermäusen mit Windkraftanlagen gelegt. Er hat ein selbst konzipiertes System entwickelt, das an oder in der Nähe von Windenergieanlagen angebracht wird. Das Ziel ist es die Tiere zu detektieren, zu klassifizieren, von der Anlage zu verscheuchen und im Notfall die Windkraftanlage zu bremsen. Bei einer flächendeckenden Nutzung können in Zukunft Gebiete mit hoher bzw. geringer Vogel- und Fledermausaktivität gefunden werden, um so tierfreundliche Windenergienutzung zu gewährleisten. Die Vergrämung/Verscheuchung kann sowohl akustisch (z.B. Ultraschall), als auch visuell erfolgen. Durch ein intelligentes System ist es möglich, die Anlage nur abzuschalten, wenn sich Tiere dem Gefahrenbereich der Anlage nähern. Somit werden Ertragsausfälle minimiert, ohne Tiere zu gefährden. 

Die Bachelorarbeit von Moaid Ismail Othman von der Fachhochschule Bielefeld ist durch die Erlebnisse des Absolventen während zweier Golfkriege und der Flucht nach Deutschland im Jahr 2002 geprägt. Die Lage der aktuell Geflüchteten war Anlass zur Ausrichtung dieser Arbeit. So soll es Menschen in Flüchtlingslagern und Katastrophengebieten ermöglicht werden, sich mithilfe einer Photovoltaikanlage mit integriertem Laderegler selbstständig mit Energie zu versorgen, um das Leben in den schnell, sporadisch und provisorisch eingerichteten Lagern ein Stück weit erträglicher zu machen. Neben der Entwicklung erfolgte ebenfalls eine messtechnische und simulatorische Überprüfung einer Solarenergiestation, die u.a. für Licht, das Laden von Mobiltelefonen und Kühlen eingesetzt werden soll. Durch Interviews mit Betroffenen und einer Hilfsorganisation wurde vor Ort in Qushtapa im Nordirak festgestellt, welche Energiemenge für ein standardisiertes Flüchtlingszelt benötigt wird. Großer Wert wurde bei der Planung und Realisierung des Projektes unter anderem auf eine kostengünstige Realisierung, Einfachheit der Bedienung und Installation sowie die Möglichkeit der mehrfachen Nutzung und das Recycling gelegt.