FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
26.10.2016

Megatrend Digitalisierung: Gemeinsames Lernen bleibt dennoch Kernelement

5. Forum Hochschullehre und 3. E-Learning-Konferenz der FH Bielefeld.

2016-10-25 Lehre und Digitalisierung

Bielefeld (fhb). Ein Smartphone hat heutzutage jeder Studierende, 98 Prozent, um genau zu sein und aus einer aktuellen Erhebung zu zitieren. Notebooks sind gleichfalls in großer Zahl im Hörsaal anzutreffen. Daten werden ständig übers Internet und spezielle Programme ausgetauscht. Ein, zwei Klicks, und das Wissen im Netz liegt frei. Für beinahe jedermann verfügbar. Das schafft an den Hochschulen neue Lehr- und Lernsituationen, auf die Studierende und Lehrende gleichermaßen Antworten finden müssen. Die Konferenz „Lehre und Digitalisierung“ an der Fachhochschule (FH) Bielefeld bot am 25. Oktober reichlich Gelegenheit, die aktuelle Fachdiskussion zu verfolgen und nach vorne zu schauen. Eins wurde dabei auch klar: Mehr Technik und Digitalisierung bedeutet nicht weniger soziale Kontakte und Austausch von Wissen im Hörsaal und im Seminarraum. Digital und analog, beides gehört zusammen.

Zwei Hauptvorträge und vier Workshops gab es, dazu zehn Kurzworkshops bei der „Ideenbörse“, eine Podiumsdiskussion und den „Markt der Möglichkeiten“ mit Informationsständen zu Ansätzen aus der Praxis. Die Konferenz bot eine Menge für die rund 200 Teilnehmer aus ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Prof. Dr. Tobina Brinker, Geschäftsführerin der Hochschuldidaktischen Weiterbildung NRW (hdw nrw) und eine der Gastgeberinnen, erklärte: „Wir haben alle nordrhein-westfälischen Hochschulen aufgerufen, sich an der Konferenz mit Vorträgen, Workshops oder Informationsständen zu beteiligen. Die Resonanz war so groß, dass wir für die Teilnehmenden bis zu neun parallele Angebote im Programm haben.“

Dies zeige, mit welcher Dynamik das Thema auch in NRW angegangen werde. Zum Kontext Lehre und Digitalisierung „gibt es großen Gesprächsbedarf, das Thema treibt die Hochschulen um“. Mit der Konferenz hatte man Bestandsanalysen und Ansätze angeboten und Wege aufgezeigt, „wohin es gehen kann und welche Schlüsse Lehrende ziehen können“. Denn längst nicht alle Lehrenden, so Brinker, ließen sich auf neue didaktische Konzepte angesichts der fortschreitenden Digitalisierung ein.

„Der digitale Wandel verändert die Anforderungen an Hochschullehre und schafft neue Chancen. Jetzt gilt es, diese Veränderungsprozesse zu gestalten“, meinte denn auch Oliver Janoschka, Geschäftsstellenleiter des Hochschulforums Digitalisierung des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft e.V. Die Konferenz sei eine besondere Gelegenheit gewesen, ins Gespräch zu kommen. Janoschka: „Online passiert viel. Ich wünsche mir allerdings eine stärkere Kooperation mit externen Partnern. Die Hochschulen sollten den Mut haben, neue Wege zu gehen.“

Das bestätigte auch Dr. Karin Ilg, Leiterin der Hochschulbibliothek der FH Bielefeld: „Die Digitalisierung der Lehre braucht Wegbereiter und Unterstützer.“ Bei digitalen Lehrformaten würden Lehrende immer häufiger mit Medienpädagogen und IT-Fachleuten zusammenarbeiten. Ilg: „Dies erfordert neue Serviceangebote und Dienstleistungskooperationen in der Hochschule. Auch dies war ein Fokus der Konferenz.“

Prof. Dr. Jörn Loviscach, Mathematiker der FH Bielefeld und im Netz millionenfach angeklickt mit seinen im Youtube-Kanal veröffentlichten Vorlesungen, kritisierte in der abschließenden Podiumsdiskussion, „dass viel hinter verschlossenen Türen passiert“. „Digitalisierung an sich schafft noch keine Transparenz, ich will sehen, was die Kollegen machen“, so Loviscach. An die Studierenden gewandt: „Wagen Sie mehr, fordern Sie mehr, wenn es um die Digitalisierung geht und zum Beispiel um die Anerkennung von Prüfungsleistungen, die Sie im Netz erbracht haben.“

Jakob Erichsen, der studentische Teilnehmer auf dem Podium, wünschte sich von den Lehrenden, mehr neue Lehrformen auszuprobieren und ihre Spielräume zu erweitern – wozu auch hochschulpolitische Veränderungen zur stärkeren Förderung guter Lehre nötig seien.

„Lehre und Digitalisierung“ war eine gemeinsame Veranstaltung des Netzwerks hdw nrw, des Hochschulforums Digitalisierung und der FH Bielefeld. Zwei Konferenzen gingen in ihr dieses Jahr auf: das 5. Forum Hochschullehre des hdw nrw und die 3. E-Learning-Konferenz der FH Bielefeld. Die Veranstaltung richtete sich an Lehrende, Entscheidungsträger und Mitarbeitende, die mit der Organisation von Lehr- und Lernprozessen an Hochschulen in NRW befasst sind.

Informationen zur Konferenz sind zusamengestellt unter
http://elk.fh-bielefeld.de/media