FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
01.12.2016

Bildpraktiken des Raumes

35. Bielefelder Fotosymposium mit international bekannten Künstlerinnen und Künstlern

Acht Referenten des 35. Fotosymposiums

Das 35. Bielefelder Fotosymposium, das am 1. und 2. Dezember am Fachbereich Gestaltung stattfand, beschäftigte sich mit „Bildpraktiken des Raumes“. Vom neuen Forschungsschwerpunkt „Erkenntnisformen der Fotografie“ veranstaltet, lag der Schwerpunkt des Symposiums in diesem Jahr auf der Bildpraxis. International bekannte Künstlerinnen und Künstler auf den Gebieten der Fotografie und des digitalen Bildes stellten ihre Arbeiten vor. Darunter waren Ursula Damm, Beate Gütschow, Julian Röder und Ralf Werner. Am zweiten Tag des Symposiums richtete Christine Erhard für die Studentinnen und Studenten aus der Studienrichtung Fotografie einen Workshop zu „Transformationen dreidimensionaler Strukturen in das Medium Fotografie“ aus.

Dem Thema des Symposiums gemäß ging es in den Beiträgen um die bildnerischen Darstellungs- und Generierungsweisen von Räumen. Am Beispiel von László Moholy-Nagy hatte Prof. Dr. Kirsten Wagner in ihrer theoretischen Einführung den Einfluss der experimentellen Sinnesphysiologie und der mathematischen Raumbegriffe auf die Raumkonzepte und künstlerische Praxis der Moderne herausgearbeitet. Beate Gütschow stellte mit ihren montierten Landschaftsräumen, Stadtansichten, Architekturfragmenten und Gebäudeplänen auf medienreflexivem Hintergrund nicht nur Fragen an historische Bildtraditionen, sondern unterzog auch die Architektur als Machtinstrument einer Kritik. Mit seinem bildhauerischen Ansatz löste Ralf Werner die engen Grenzziehungen zwischen Raum und Bild auf. Er zeigte sowohl Übersetzungen architektonischer Baukörper und Räume ins Bild als auch skulpturale Arbeiten, die er aus dem Fenster als dem bildgebenden Rahmen in der Architektur entwickelt hatte. Ursula Damm präsentierte mit ihren digitalen Arbeiten prozessuale Bildräume im öffentlichen Raum. Für diese waren Technologien der Bewegungsaufzeichnung sowie neuere bildgebende Verfahren, darunter auch evolutionäre Algorithmen, zum Einsatz gekommen.

Politische Räume mit ihren Grenzsicherungen, aber auch die mythisch definierten Orte der esoterischen, zum Teil völkischen Strömungen der Moderne bestimmten Julian Röders Beitrag. Die verschiedenen Beziehungen zwischen Architektur, Raum und Bild, wie sie mit dem 35. Bielefelder Fotosymposium diskutiert wurden, stehen in Zusammenhang mit dem aktuellen Forschungsprojekt „Bilder des Wohnens. Architekturen im Bild“ des Forschungsschwerpunktes.

Im nächsten Jahr soll ein weiteres bildpraktisches Symposium zu diesem Thema stattfinden, in 2018 dann eines, auf dem der Forschungsschwerpunkt die Arbeitsergebnisse des Forschungsprojektes vorstellen wird.